Kultspieler
 Name  Ivan Luis Zamorano  Nationalität  Chile
 Spitzname    Position  Stürmer
 Geburtsdatum  18.01.1967  Verein NLA  FC St. Gallen
 Grösse  1,79 m  Spiele (FCSG) 33
 Gewicht  72 kg  Tore (FCSG) 23


"Er wurde in die Schweiz geschmuggelt"

1988/1989
Von Zamorano wollten die Verantwortlichen und der damalige Präsident Sigi Gantenbein des FC St. Gallens nichts wissen. Er hätte ja noch nie Schnee gesehen, wurde Gantenbein damals zitiert. Hidber, ein Verbündeter des FCSG's (Sportchef, Scount?), war der Einzige, der von Zamoranos Qualitäten überzeugt war und rief, trotz den Meinungsdifferenzen mit den Clubverantwortlichen den FIFA-Agenten Vinico Fioranelli an, der Zamorano von Bologna in die Schweiz bringen sollte. Zamorano war zu dieser Zeit noch beim FC Bologna unter Vertrag, doch schon vor dem ersten Pflichtspiel befand ihn sein Trainer für nicht gut genug für die italienische Liga. Auf der Fahrt nach St.Gallen, unmittelbar vor der Grenze bei Chiasso, realisierte Fioranelli, dass mit Zamorano einer im Auto sass, der über kein gültiges Einreisevisum verfügte. Er habe ihn in der hinteren Sitzreihe auf den Boden gelegt und so gut wie möglich mit Kleidungsstücken zugedeckt. «Ich habe ihn in die Schweiz geschmuggelt», sagt Fioranelli. Doch auch die Probetrainings überzeugten Gantenbein nicht. Denn schliesslich soll ihm auch Erich Vogel von einer Verpflichtung abgeraten haben. «Ich musste im Hotel Sonne in Gossau förmlich darum betteln, dass der FC St. Gallen Zamorano unter Vertrag nimmt. Erst als ich auch noch 15 000 Dollar aus dem eigenen Sack bezahlte, wurde der Transfer perfekt», sagt Fioranelli.

Die Presse stempelte den damals 21 jährigen Zamorano als Transferflop ab. Nach kurzer Eingewöhnungszeit mussten aber auch die Kritiker einsehen, das dem FCSG ein Transfercoup geglückt ist. Seine Spielweise war explosiv, er schaffte es wie sonst fast keiner, das Publikum mitzureisen. Keiner stieg so hoch in die Luft. Und keiner jubelte mit soviel Energie wie er. Schnell wurde er zum Publikumsliebling. In der seiner zweiten Saison (1989/1990) wurde der FCSG überraschend Wintermeister und Zamorano wurde Ende der Saison Torschützenkönig mit 23 Toren aus 33 Spielen.

1990 kam dann der Tranfer zum FC Sevilla für 3,5 Millionen, was bis dato die höchste erhaltene Transfersumme für einen Schweizer Verein darstellte. 1992 wechselte er dann zu Real Madrid, wo er in der Saison 1994/1995 Torschützenkönig mit 28 Toren wurde. 1996 kam schon der Wehcsel zum nächsten grossen Verein, Inter Mailand. Dort gewann er 1998 den Uefa Cup. Bei Inter hatte er mit Ronaldo einen bekannten Sturmpartner, der ihm die Rückennummer 9 wegschnappte. Also trug Zammorano die Rückennummer 18, die er durch ein aufgeklebtes Pluszeichen zwischen der 1 und der 8 (1 + 8) zumindest mathematisch wieder in eine 9 verwandelte. Mit Chile bestritt er auch die WM, schied aber im 1/8 gegen Brasilien aus.
Im Jahr 2001 wechselte Iván Zamorano zu Club América in Mexiko. Dort spielte er zwei Jahre recht erfolgreich, bevor er 2003 zurück nach Chile zu Colo Colo ging, dem Klub, von dem er als Kind Fan war.
Die grossartige Karriere wurde mit einem Abschiedsspiel der in seinem Heimatland gewürdigt. Eine Südamerika-Auswahl mit Ronaldo, José Luis Chilavert und Carlos Valderrama besiegte in diesem Spiel eine chilenische Auswahl mit 5:2.

Übrigens: Am 4. September 2004 kam Zamorano für einen Plauschmatch für 90 Minuten zurück ins Espenmoos um mit dem FCSG das 125-Jahres Jubiläum zu feiern.