Als im Dezember 2002 Österreich und die Schweiz den Zuschlag für die gemeinsame Organisation der Europameisterschaft 2008 erhielt, jubelten beide Bevölkerungen. Doch die aktiven Fanszenen der beiden Länder sorgten sich bereits um die Zukunft.
Die EM 2008 – Österreich und die Schweiz – 2 Staaten ein Ziel: die erfolgreiche Ausrichtung dieses Grossereignisses. 2 Staaten und 1 Ziel?! Nein, höchstens zwei Verbände mit der gleichen Denksweise, 2 Verbände, die mit der erfolgreichen Kandidatur auch gleich jene aus dem Weg räumen wollen, die ihnen schon seit längerem ein Dorn im Auge sind. Die Fussballfans welche sich an Spielen nicht Sitzplatz und VIP Konform verhalten.
Im Rahmen der EM Planung und in Hinsicht der WM 2006 wurde damals der Ruf nach Sicherheit und sicheren Stadien laut. Im Laufe der Zeit brach bei den Verantwortlichen der Klubs und Verbände und später in der breiten Bevölkerung die Hysterie aus. Die Medien steuerten ihren Teil unwissentlich bei, die aktiven Fangruppen stehen seither in Verruf. Man isst was man aufgetischt bekommt, so war es nicht verwunderlich als Bilder von brennenden Kurven und Gewaltaktionen gleichgestellt wurden. Die Stadien müssten noch sicherer werden, die Polizei/Sicherheitsdienst müsste noch härter durchgreifen, die Schuldigen noch repressiver bestraft werden. Das sind einige Phrasen die man oft zu hören bekommt.
Und genau deshalb sorgten sich die Gruppen der beiden Länder und stellten die gemeinsame Protestaktion ''Kommt die EM - Geht die Fankultur'' auf die Beine. Dies eine Auswahl der damaligen Protest Transparenten:
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| Bilder Schweiz |
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GCZ - FC Zürich
3. November 02
Blue Side |
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| Bilder Österreich |
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R. Wien - Mattersburg
18. Februar 06
www.tornadosrapid.at |
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| Staatschutzgesetz (Hooligandatenbank) |
Im Gesamtpaket der Euro 08 war die Sicherheit bislang das dominierende Thema. Die Kostenübernahme wird zwischen Bund und den Kantonen der teilnehmenden Städte hin und her geschoben. ''10.5 Millionen Franken sind für Aufwendungen der Städte für die Sicherheit reserviert und werden nur auf eine detaillierte Abrechnung hin ausbezahlt.'' hiess es in den Medien. Doch anders als bei diesem Thema, interessiert die Schweizer Fanlandschaft vorallem die Verschärfung des Staatsschutzgesetz und die dazu gehörende Hooligandatenbank.
Das Bundesgesetz über Massnahmen zur Wahrung der inneren Sicherheit der Schweiz (BWIS) beinhaltet nicht nur die Datei in der Gewaltbereite wie Gewaltätige registriert werden können. Sondern auch ein Rayonverbot für Spielorte, Meldepflichten für Auswärtsspiele und als schärfste Massnahme können Personen ab 15 Jahren für längstens 24 Stunden in Polizeihaft genommen werden. Das Gesetz ist aber dahingehend kritisch, dass Fans aufgrund Aussagen der privaten Stadienbetreiber oder der Polizei bereits in dieser Datei registriert werden können. Die Schuld muss nicht mehr bewiesen werden, sondern man muss die Unschuld selbst beweisen können, was in den meisten der Fälle unmöglich ist. Die Willkür würde legitimiert, Datenschützer kritisieren darum das Gesetz in dieser Form und weisen darauf hin, dass es verfassungswidrig ist.
Seit Mitte April sammeln deshalb Fans, Parteien oder Organisationen Unterschriften für das Referendum gegen das Gesetz. Benötigt werden 50'000 Unterschriften um eine Volksabstimmung erzwingen zu können.
BWIS hin oder her, schon heute existiert der Datentausch unter den Vereinen. Mit der Willkür bei Stadionverboten haben die Fans bereits jetzt zu kämpfen. Die EM 2008 bringt für die Fans, welche mit Herzblut und Seele bei der Sache sind, nichts Gutes. Es ist zu hoffen, dass die Fanpolitik in der Schweiz irgendwann von übertriebener Repression zur integrativen Prävention geändert wird. |
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