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Armand Deumi Drucken E-Mail

Armand Deumi Name Armand Deumi Nationalität                     Kamerun
Spitzname Dömi
Position Verteidiger
Geburtsdatum  
12.03.1979
Verein NLA FC Thun
Grösse 180 cm
Spiele 140
Gewicht 77 kg
Tore 8

Am 12.04.2008 spielte der FC Thun im Lachenstadion gegen Xamax. Verlieren verboten, hiess es, wenn man die Möglichkeit eines Klassenerhaltes am Leben erhalten wollte. 3'500 Leute kamen, so wenige wie noch nie in dieser Saison. In der Kurve stand ein elegant gekleideter Herr, einer, der schnell mit Lobeshymnen und Fussballlieder überhäuft wurde. Es war Armand Deumi, der eine Spielsperre in der Türkei bei seinem Club Gaziantepspor nutzte, um seine alte Spielstätte zu besuchen. Das Spiel gewann man 2-1. Mir persönlich machte die Gegenwart Armands aber mehr Freude.

Im Jahr 2002 wechselte der 23-jährige Kameruner von Sion zu Thun. Ein Glücksgriff, wie damals Latour befand. Und er sollte recht behalten. Deumi entwickelte sich schnell zum Führungsspieler. Mit spektakulären Verteidigungsmethoden und mit einem unglaublichen Körpergefühl reifte er zu einem der besten Einzelspieler der NLA. Die halbe Schweiz jagte ihn. Und auch das Ausland klopfte in jeder Sommer- und Winterpause an die Tür.  YB z.B. meldete sich halbjährlich bei Deumi. Doch Armand blieb. Auch weil er wusste, dass einige Fans Mühe hätten, mit dem Wechsel.

Bei Armand war schon nach paar Spielen klar, dass er Figther ist, der das Wort "Leidenschaft" nur so verkörpert. Schnell wurde in der Kurve die Rückennummer "12", die Deumi gehörte, zur meist getragenen Nummer in der Kurve. Schnell war Deumi der Publikumsliebling. Auch bei Fangesängen wurde Armand integriert. Er war auch der Spieler, der den Kontakt zu den Fans am meisten suchte. So entstanden auch private Beziehungen, zwischen Deumi und den Supportern.

Ende 2004 kam sein Sohn, Armand Junior zur Welt. Es kam auch vor, dass in der Kurve bekannte Leute auf den Kleinen aufpassten. Doch ein paar Monate nach der Geburt seines Sohnes kam dann die Schocknachricht. Deumis Lebensparterin verstarb in Kamerun an einer Infektion. Nicht nur der FC Thun, sondern Vereine und vorallem Fans aus der ganzen Schweiz versuchten Deumi Beistand zu geben. Und statt den ersten Flug Richtung Cameroun zu nehmen, wollte er das kommende Spiel gegen Aarau noch bestreiten, wo das ganze Team mit einer schwarzen Binde auftrat. Hier ein Ausschnitt aus dem Matchbericht des TT

In der 54. Spielminute bekam Thun einen Elfmeter zugesprochen. Deumi schnappte sich den Ball, nahm Anlauf und erzielte das 2:0. Nach diesem Tor lächelte er nicht. Er blieb auf der Stelle stehen, schaute in den Himmel und streckte seinen linken Arm in die Luft. Es war, als wolle er sagen: «Dieses Tor gehört dir.» Tränen liefen über seine Wangen. Die Mitspieler eilten zu ihm. Mauro Lustrinelli drückte ihn fest an die Brust. Die Zuschauer jubelten und jauchzten. Es war mehr als ein Torjubel nach einem normalen Tor. «Deumi hat für uns noch nie einen Penalty geschossen», sagte Schönenberger nach dem Spiel. «Ich war nervös. Zum Glück hat er getroffen. Armand Deumi hat mich heute tief beeindruckt.»

Fünf enorm intensive Jahre blieb er dem FC Thun treu. Fünf Jahre in denen Armand die höchsten Glücksgefühle aber auch sehr schmerzhafte Erlebnise erleben durfe. Er wurde in Thun Nationalspieler Camerouns. In Erinnerung bleibt auch das Horrorfoul von Artur Petrosyan (FCZ), welches Deumi mit einem Kreuzbandriss ein halbes Jahr pausieren liess. Da sich Artur nie entschuldigte, wurde er bis zu seinem Karrierenende bei jedem Ballkontakt gegen Thun mit Pfiffen eingedeckt. Artur dankte es den Fans mit dem Stinkefinger. Und als Deumi wieder auf dem Platz stand, lächelte er, so vermute ich, sich auch ein wenig ins Fäustchen. Ein wenig Rache versüsst den Fussball nun mal. Armand Deumi bleibt uns Fans nicht nur als einen Fussballer, der stehts mit Herz und Leidenschaft gespielt hat in Erinnerung, sondern auch als Mensch, der uns Fans viel gegeben hat.

Wenn Deumi lachte, lachten auch wir. Danke Armand!

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