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Obwohl der FC Winterthur schon immer treue Fans hatte, hat sich die
aktive Fanszene rund um den Club er seit der Saison 2001/02 entwickelt.
Dazumal gab es erst den Fanclub Lions, dessen Mitglieder den Verein vor
allem mit Fahnen, Trommeln und „FCW-Rufen“ unterstützten. Jedoch konnte
der kleine Fanclub kaum neue Mitglieder begeistern und es war klar,
dass sich etwas ändern musste, um dem FC Winterthur den nötigen Support
im eigenen Stadion zu gewährleisten.
In dieser Saison trat dann das erste Mal die Bierkurve in Erscheinung.
Zu dieser Zeit war der FCW von argen Finanzsorgen, im Ausmasse von 2.5
Mio. Fr., geplagt und es drohte der Zwangsabstieg in die 1. Liga oder
sogar ein Neuanfang in der 5. Liga. Die Bierkurve veranstaltete u.a.
eine Benefizparty für den FCW, welche dem Verein 15'000 Fr. einbrachte.
In der Folge nahm die Kurve rasch an Anhängern zu, und von ein paar
wenigen Gründern wuchs die kleine Gruppe zu einer grösseren
Gemeinschaft heran. Die Bierkurve definiert sich zwar als lose
Gemeinschaft, in der grundsätzlich jeder Willkommen ist, aber stuft
sich klar als links-alternative Gruppierung ein. So heisst ihr Slogan
auch: „Für den FCW – Gegen Rassismus, in den Stadien und überall!“.
Obwohl sich die Bierkürvler als friedliche Fans bezeichnen, schaffte
man sich als linke Fangruppierung z.B. in Luzern, Baden und Wil keine
Freunde. So kam es bei diesen Spielen öfter zu kleineren Scharmützeln
und später, vor allem gegen Luzern, zu Risikospielen mit grossen
Polizeiaufgeboten.
Doch auch fantechnisch hatte sich die Kurve schnell entwickelt. Das ist
vor allem einer kleinen Gruppe zu verdanken, welche sich erst Radicals,
dann wintijungs und schliesslich Ultras Eulach City nannten. Sie
organisierten die ersten Fanaktionen, wie Spruchbänder, Choreos oder
Pyroshows, aber brachten auch neue, abwechslungsreiche Fangesänge in
die Kurve ein.
Die Bierkurve erreichte ihren Höhepunkt klar in der Saison 05/06, als
der FCW in den Cuphalbfinal einzog. Nebst einigen grossen und
aufwändigen Choreos, reisten 700 FCW-Fans an das Auswärtsspiel gegen
Servette-Genf. Nebst Fanaktionen organisiert die Bierkurve auch sonst einiges: So gibt
es nun in der Kurve einen Container der als Fanshop, Lagerplatz und
Infostand dient. Neu ist auch das Fanmagazin Laufpass, welches in
unregelmässigen Abständen erscheint. Weiterhin wird auch jährlich eine
Bierkurve-Party, bei der jeweils bis zu 500 Personen anwesend sind,
veranstaltet und ein Teil des Erlöses wird wohltätigen Projekten
gespendet.
Der Fanclub Lions hatte sich in der Zwischenzeit, wegen internen Problemen und schwindender Mitgliederzahl aufgelöst. Doch auch in der Bierkurve führte ein Konflikt dazu, dass sich eine
Gruppe Jugendlicher abspaltete und sich einen neuen Standort im Stadion
wählte. Sie nannten sich Suicide Squad und stuften sich offen als
gewaltbereit ein. Zur gleichen Zeit wurde der Capo der Ultras Eulach
City mit einen Stadionverbot belegt. Die restlichen Ultras zogen sich
daraufhin ebenfalls aus der Kurve zurück, was vor allem ein massiver
Rückschlag für die Stimmung in der Kurve war.
In der Saison 07/08 wurde ein neuer Fanclub gegründet. Er nennt sich
Fanatics, obwohl dieser Name der Ultraszene zuzuordnen ist, sind seine
Mitglieder friedlich und wollen nichts mit dieser Szene am Hut haben.
Die Fanszene Winterthur ist heute zwar zahlenmässig grösser als je
zuvor, aber die Stimmung im Stadion leidet schwer unter den Konflikten
in der Fanszene. Die Bierkurve ist zwar weiterhin die grösste
Gruppierung, aber nicht mehr so lautstark wie zuvor und zeigt kaum noch
Aktionen, in Form von Choreos oder Spruchbändern. Die Ultras Eulach
City bestehen zwar noch, sind aber im Stadion nicht mehr aktiv. Der
Suicide Squad zählt mittlerweile über 20 Mitglieder und ist vor allem
bei Ausswärtsspielen vertreten. Die Fanatics werden sich nach der
Winterpause das erste Mal im Stadion präsentieren.
Anmerkung: Dieser Text habe ich nach meinen persönlichen Erfahrungen
geschrieben und es ist kein offizielles Statement der Fanszene
Winterthur. Ein Teil der Infos habe ich von der Bierkurve-HP, von einem
Text, den fundriver verfasst hat.
NBW, Winterthur, 30.01.2008
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