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Luzern

Wir blicken zurück in die 80-er, die Fanszene in Luzern besticht durch ihre einzigartige Atmosphäre und lockt somit sehr viele Fussballanhänger in die Allmend. Damals herrschte in Luzern eine grandiose Stimmung, es gab viele Fanclubs die untereinander sehr gut zurechtkamen. So war auch die Stimmung für die damalige Zeit einmalig in der ganzen Schweiz, da die meisten Fanclub-Mitglieder in einer der vielen Guggenmusigen tätig waren und an den Spielen eine fast infernale Stimmung zustande brachten.

In den 80-ern formierten sich dann anhand der Blue Magic und der LU-City erstmals Gruppen welche nicht in diese Schablone passten. Die LU-City bestand aus ca. 30 fanatischen Supportern welche ihre Leidenschaft weder durch die gegnerischen Fans noch durch die Polizei zügeln liessen. Damals "operierten" die Luzerner noch mit dem Nachbarn aus Kriens zusammen, ja sogar mit den Zürcher City-Boys wurde ein ausgesprochen guter Kontakt gepflegt. Die absoluten Höhepunkte dieser Epoche bildeten sicher der bislang einzige Meistertitel 1989, sowie die Auftritte im Europacup gegen hochkarätige Gegner wie Feyenoord oder Eindhoven.
In der heimischen Meisterschaft kam es nun dank dieser Gruppen zum erstenmal zu sogenannten Zwischenfällen welche die Öffentlichkeit in Luzern erregten. Da laufend Stadionverbote ausgesprochen wurden und die Polizeiakten der meisten Mitglieder zu platzen drohten fielen die Gruppen nach einigen Jahren aktiver Tätigkeit wieder auseinander.

Der Luzerner Anhang lebte noch einige Zeit von dem "Allmend-Spirit" des Meisterjahres, aber man merkte Saison für Saison wie sich dieser Geist langsam aber bestimmt wieder aus der Allmend schlich. Die späten 90-er waren sicher das schwärzeste Kapitel der Vereinsgeschichte, ausbleibende Erfolge, Spielerverkäufe en masse und leere Versprechungen seitens der damaligen Vereinsführung vertrieben immer mehr Freunde des Fussballs aus der Allmend. So kam es dass die Zuschauerzahlen rapide zurückgingen, kamen früher mindestens 8000 - 9000 Leute in die Allmend und zu Spitzenspielen über 20000 (=Ausverkauft), so waren es zu dieser Zeit noch mindestens 5000 - 6000 und an Spitzenspielen noch knapp über 10000.

Dann erfolgte der grosse Umbruch in Luzern, die damaligen Leadgruppen wie der Fanclub Solothurn oder der Fanclub Allmend zogen sich immer mehr zurück. Heute finden sich diese Gruppen auf der Lumag-Tribüne wo sie sitzend die Spiele verfolgen - aber Respekt diesen Leuten, das sie trotzt aller Misserfolge und Skandale ihrem Verein immer noch treu sind! Es bildeten sich neue Fanclubs welche vorwiegend aus jungen Leuten bestanden, einige lösten sich bereits nach kurzer Zeit wieder auf (Central Force) während sich andere im Laufe der Jahre total umbildeten (Energy, YNWA etc.). Zu dieser Zeit waren einige Mitglieder der Ultras Luzern bereits fester Bestandteil des harten Kerns der FCL-Fans.

Einige von ihnen waren eine Zeit lang in Fanclubs tätig und wurden danach "gruppenlos", weil sich die Ziele und Interessen nicht mehr mit denen der normalen Fans deckten. Lange Zeit sammelten sich die anders denkenden Supporter im unteren Teil der Stehplätze, eine gemeinsame Gruppe schien damals in noch weiter Ferne zu sein . So war die Kreativität recht beschränkt da man weder über die dazu nötigen Leute noch über die Finanzen verfügte. Aber beim Support funktionierte man bereits als Einheit - gemeinsame Interessen verbinden halt! Dieser Zustand hielt ungefähr 2 Jahre lang an, bis im Sommer 2001 die Mitglieder der C.U.A.C. und der LTC endgültig beschlossen ihre Gruppen zu Ultras Luzern zusammenzuschliessen.

Die Startschwierigkeiten wurden zur Überraschung der meisten Allmendkenner allesamt mit einer unerwarteten Lockerheit gemeistert. Auch die Akzeptanz der anderen Luzerner Fans wurde immer grösser, wurden sie doch lange Zeit als Primitivlinge etc. tituliert. Zu der Zeit waren sie aus der Allmend nicht mehr wegzudenken, denn während der grosse Teil des Publikums bei einem Rückstand des Teams schweigt, waren sie nahezu die einzigen welche nicht aufgeben und mit ihrem Support weiterfuhren. Auswärts war ihre Lage weit besser als in der eigentlichen "Heimat" Allmend, denn hier waren sie im Gesamtanteil um einiges besser vertreten und das machte sich vor allem bei der Stimmung bemerkbar.

Das Ziel dieser Gruppe war ganz klar die Stimmung in der Allmend wieder zur alten Stärke zurückzuführen, denn mit "Trauerliedern", "Fasnachtsliedern" und sonstigen Mallorca-Hits beeindruckte man zu der Zeit niemanden mehr. Seit der Ultra-Virus auch die Deutschschweiz befiel, stiegen auch hierzulande die Anforderungen. Genügte es vor einigen Jahren noch einfach nur mit einer angemessenen Anzahl Supportern im Auswärtsblock anwesend zu sein, so werden heute kreative Choreos, Spruchbänder und ein qualitativ guter Support erwartet.

Kurze Zeit später, genauer am 30. Juli 2002, wurde die Existenz der Ultras jäh beendet. Damit verschwanden bis auf weiteres auch die Choreografien aus dem Stadion. Einzig die vielen neuen Lieder erinnern heute noch an die Existenz der Ultras Luzern.

Nun, eine Liga tiefer, halten wir es für richtig und notwendig, auf den Rängen einen Neuanfang zu starten, damit wir die Zukunft sowohl sportlich wie auch auf den Rängen dort verbringen, wo wir hingehören: an die Spitze!

Text von www.us-luzern.ch

 
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