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Name |
Charles Amoah |
Nationalität |
Ghana |
| Spitzname |
Charly |
Position |
Stürmer |
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Geburtsdatum
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28.02.1975
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Verein NLA |
FC St. Gallen |
| Grösse |
1. 75 m |
Spiele |
398 |
| Gewicht |
77 Kg |
Tore |
42
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Sommer 1999. Der FC St.Gallen stand hinter einer völlig verkorksten Finalrunde und grosse Verstärkungen konnte sich der Verein auf die neue Saison hin auch nicht leisten. Doch in St.Gallen tauchte ein Spieler auf, der sich mit seinen Toren und dem damit eng verbundenen Meistertitel in den Herzen der Ostschweizer Fussballfans wohl unsterblich machte.
Der damals 20-jährige Amoah kam 1995 in die Schweiz und spielte eine Saison lang in Winterthur. Allerdings wollten ihn die Winterthurer nicht weiter verpflichten, weil er angeblich zu schlecht war. Also ging Amoah zum FC Frauenfeld in die 1. Liga. Nach zwei Saisons bei den Thurgauern wechselte er zum FC Wil, wo er auf Marcel Koller traf. In der Äbtestadt zeigte Amoah, dass er sehr gut Fussball spielen kann, und schoss zusammen mit Jairo, der im Winter 1999 zusammen mit Marcel Koller zum FCSG wechselte, Tor um Tor.
Im Sommer 1999 holte Marcel Koller Charles Amoah nach St.Gallen, womit der Spielmacher Jairo und der Knipser Amoah nach einem halben Jahr wieder vereint waren.
Der FC St.Gallen hatte in dieser Zeit kaum Geld und konnte sich eigentlich nur Spieler aus der Nationalliga B leisten. Die Fussballexperten prophezeiten den Espen auch den Fall in die Auf-/Abstiegsrunde. Niemand hatte vor dieser Saison den FC St.Gallen und speziell Amoah auf der Rechnung. Sein erstes Tor schoss Charles Amoah gleich in seinem ersten Spiel am 07.07.99 gegen den FC Luzern. Es folgten weitere 15 Tore in der Qualifikationsrunde. Seine Tore trugen viel dazu bei, dass St.Gallen auf dem ersten Platz überwinterte. In der Finalrunde schoss Amoah weitere 9 Tore und Ende Saison war er mit 25 Toren Torschützenkönig. Damit schoss er den FCSG fast im Alleingang zur Meisterschaft. Amoah wurde zudem zum besten Fussballer und besten Stürmer der Schweiz gewählt. Auch privat lief es ihm in dieser Zeit gut, kam doch sein erster Sohn Wirnfred zur Welt. Ein Jahr später wurde er zum zweiten Mal Vater, dieses Mal bekam er eine Tochter, die den Namen Rockling trägt. Amoahs Tore waren nicht nur von grosser Anzahl, sondern oft auch sehr wichtig. St.Gallen verlor in dieser Zeit mit einer Ausnahme kein Meisterschaftsspiel, wenn Amoah knipste. Unvergesslich wird sein Tor im ersten Spiel der Finalrunde gegen GC bleiben, als St.Gallen in der 90.Minute 3:4 in Rückstand geriet und in der Nachspielzeit mit Mann und Maus nach vorne stürmte. Einen Flankenball von der Mittellinie aus nahm Amoah mit der Brust an und hämmerte ihn ins Lattenkreuz. Ohne dieses Tor und diesen Punktgewinn am Anfang der Finalrunde wäre die Meisterschaft wohl anders verlaufen. In jenem Spiel schoss Amoah vorher schon ein Tor - St.Gallen lag 0:3 hinten ehe Amoah den 1:3-Anschlusstreffer erzielte.
Im Sommer 2000 standen die internationalen Spiele gegen Galatasaray, Chelsea und Brügge an. Amoah schoss auch gegen den damals amtierenden UEFA-Cup-Sieger zwei Tore. Trotzdem reichte es knapp nicht für die Championsleaguequalifikation (Hinspiel in Zürich 1:2, Rückspiel in Istanbul 2:2). Doch nur wenige Wochen später spielten Amoah und seine Kollegen im UEFA-Cup gegen Chelsea. Das Hinspiel an der Stamford Bridge verlor St.Gallen 0:1, das Rückspiel ging mit 2:0 an die Ostschweizer. Amoah schoss den englischen Grossclub mit seinem Tor in der 34. Minute aus dem Uefa-Cup. Zudem bereitete Amoah das erste Tor der Espen vor. Dieses Spiel war wohl der Höhepunkt seiner Zeit in St.Gallen. Gegen Brügge, das für St.Gallen Endstation im UEFA-Cup bedeutete, schoss Amoah erneut zwei Tore, eines auswärts im Hinspiel (Endstand 2:1 für die Belgier) und eines zu Hause im Rückspiel (Endstand 1:1). Das Bittere an der Sache war, dass Brügge den Ausgleich erst in der Nachspielzeit schoss. Diese Tore auf internationalem Niveau hatten natürlich positive Auswirkung auf Amoahs Marktwert. Zudem reifte Amoah in dieser Zeit zum Nationalspieler Ghanas. Auch für sein Vaterland schoss Amoah das eine oder andere Tor. Praktisch allen Fans war klar, dass Amoah nicht mehr lange in St.Gallen spielen würde. Im Winter 2001 waren die halbe Bundesliga und einige Vereine aus England hinter ihm her. Amoah wollte eigentlich nach England, wahrscheinlich wegen der Sprache, da er kaum Deutsch konnte. Allerdings klappte es nicht mit dem Transfer auf die Insel, weil er Nicht-EU-Bürger ist und deshalb die Vereine oft nicht die geforderten Ablösesummen zahlen wollten. Irgendwann bekam er dann allerdings das Angebot von Hannes Kartnig, dem Präsidenten des SK Sturm Graz, und er wechselte für 5,7 Mio. Franken nach Österreich. Amoah schoss in den 1,5 Jahren in St.Gallen 37 Tore in der Nationalliga A und deren fünf im UEFA-Cup. Sein letztes Spiel für St.Gallen bestritt er am 10.12.00 auswärts gegen Servette Genf. Das Spiel ging 1:3 verloren. Sein 42. und letztes Tor schoss er eine Woche früher, am 03.12.00 beim 7:0-Heimsieg gegen Yverdon Sports.
Der Wechsel zu Sturm Graz war im Nachhinein sicher ein Fehler, jedenfalls hatte Amoah Mühe mit der Mentalität einiger Leute im Umfeld von Sturm. Grossen Anteil an Amoahs Scheitern hatte wohl ein gewisser Ivica Vastic, der damals ebenfalls bei Sturm Graz spielte und grossen Einfluss auf den damaligen Sturm-Trainer Ivica Osim hatte. Es existieren sogar Behauptungen, das Vastic Amoah gemobbt hat. Nach Aussagen von Sturm-Fans soll Vastic Amoah im Spiel praktisch nie angespielt haben. Natürlich wurden diese Gerüchte noch nie bestätigt, jedoch auch noch nie dementiert, was doch vermuten lässt, dass an den Gerüchten ein Funken Wahrheit enthalten war. Osim selber wollte Amoah gar nie wirklich. Der Transfer war ein Alleingang von Kartnig, der einfach beweisen wollte, wie viel Geld und Macht er besass. Wenn Amoah allerdings spielte, traf er auch für Sturm. So spielte Sturm Graz im November 2002 im UEFA-Cup gegen Lazio Rom und Amoah erzielte das 1:0 (Endstand 1:3 für Lazio). Dieses Tor war einer von Amoahs wenigen Lichtblicken in Österreich. Wenn Amoah einen Stammplatz erkämpft hatte, kam meistens ein neuer Trainer, der ihn wieder auf die Bank setzte. Bestes Beispiel dafür war Gilbert Gress, der Amoah trotz guten Leistungen nie aufstellte. In der Winterpause der Saison 03/04 wurde Amoah noch für ein halbes Jahr an Austria Salzburg ausgeliehen, aber auch dort wurde er kaum eingesetzt. Danach verletzte er sich so stark am Knie, dass er nicht mehr spielen konnte. Sturm-Präsident Kartnig ging vor Gericht, weil er für den „invaliden Amoah“ (Zitat Kartnig) keinen Lohn mehr zahlen wollte, jedoch gewann Amoah diesen Prozess und Kartnig musste rund 900’000 Euro nachbezahlen.
Am 4.September 2004 kehrte Amoah für 90 Minuten in Espenmoos zurück und spielte am 125-Jahre-FCSG-Jubiläumsspiel für die FCSG-Allstars. Er spielte allerdings nur 15 Minuten aufgrund seiner Knieverletzung. Sein Arzt hatte ihm eigentlich verboten überhaupt zu spielen, aber Amoah wollte unbedingt noch einmal im Espenmoos einlaufen. Ein Tor schoss er in diesem Spiel nicht. Trotzdem wurde er von den Fans gefeiert als wäre er nie weg gewesen. Nach dem Spiel sagte er, sein Traum sei es noch einmal in einem Pflichtspiel für seinen FCSG aufzulaufen. Diese Aussage zeigt einmal mehr, wie sehr Amaoh der FCSG am Herzen liegt. Sein Knie verhinderte allerdings ein zweites Engagement in St.Gallen.
Heute lebt Amoah immer noch in Graz und er soll sogar angeboten haben, gratis Fussball zu spielen. Er bekommt von Kartnig immer noch 600'000 Fr. Jahresgehalt, da sein Vertrag erst in Sommer 06 ausläuft und Amoah die Gehaltszahlungen, wie vorher schon erwähnt, vor Gericht erkämpfte. Allerdings lässt sich sein Gehalt in Etappen auszahlen, da Sturm Graz sonst die Lizenz nie bekäme wegen finanziellen Problemen. Amoah hat noch regelmässigen Kontakt zu vielen Spielern, z.B zum früheren Will-Spieler Felix Mordeku oder zu David Mujiri, den er in Graz kennen lernte und der übrigens auch vor Gericht den Prozess wegen ebenfalls ausstehenden Gehaltszahlungen gegen Kartnig gewann. Wer einmal in Graz ist, trifft Amoah vielleicht einmal im Augartenpark, wo er oft Joggen geht oder mit seinen Kindern und Kollegen kickt. Amoah liess sich von GAK-Klubarzt Dr. Martin Leonhardt am Knie operieren und er kann jetzt wieder schmerzfrei gehen und spielen. Er hält sich beim Oberligaverein SV Gössendorf fit, wo er zusammen mit seinen Kumpels Ranko Popovic und Jan Pieter Martens und anderen Kollegen aus der alten Sturm-Garde trainiert. Ob aus seiner Karriere noch einmal etwas wird, werden die nächsten Wochen zeigen. Amoahs Chancen sind allerdings eher gering, da er seit Sommer 04 nie mehr in einem Profispiel eingelaufen ist. Eine Rückkehr auf den Fussballplatz wird als unrealistisch eingeschätzt. Eigentlich rechnet niemand damit, dass er im Sommer noch einmal ein Comeback wagen wird.
Die Gründe wieso Amoah in St.Gallen immer noch so beliebt ist, sind nicht nur seine Tore. Amaoh war ein Spieler, der sich sehr mit dem FCSG identifizierte. Auf dem Platz war ein Spieler, der sich immer in den Dienst der Mannschaft stellte. Wenn ihn Marcel Koller einmal auf die Bank setzte, was auch gelegentlich vorkam, dann meckerte er nicht herum sondern er stellte sich in den Dienst der Mannschaft und freute sich auch für seinen Sturm-Konkurrenten, wenn dieser ein Tor schoss. Für den Teamgeist in dieser Zeit war er extrem wichtig. Amoah ist ein extrem netter und fairer Typ. So foulte er selten bis gar nie seinen Gegenspieler, und wenn ein Spieler verletzt am Boden lag, war Amoah meistens der Erste, der sich um dessen Zustand erkundigte. In einem Zweikampf fuhr er nie den Ellbogen aus. In St.Gallen bekam er in 1,5 Jahren gerade mal eine gelbe Karte (wegen Handspiels). Auch sein Umgang mit den Fans war speziell. Er war nicht der Typ, der sich von den Fans alleine, feiern liess. Wenn er auf der Strasse von Fans angesprochen wurde, nahm er sich immer Zeit für sie, gab geduldig Autogramme und beantwortete alle Fragen, so gut es ging. Sein grosser Glaube an Gott ist der Grund, wieso Amoah Priester werden will. Amoah ist in der Ostschweiz noch so beliebt, dass seine Meinung zumindest unter Fussballfans wahrscheinlich mehr zählt als die Meinungen von gewissen Politikern.
Übrigens: Matthew Amoah, Stürmer von Borussia Dortmund und der Nationalmannschaft Ghanas, ist Charlys Bruder.
Filme:
http://www.fan-forum.ch/ff-page/nla/kultspieler/amoah/amoah01.mpeg
http://www.fan-forum.ch/ff-page/nla/kultspieler/amoah/amoah02.mpeg
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